No-Show-Regeln für Termine sollen Kunden nicht mit Strafen abschrecken. Sie beantworten Fragen, die ohnehin kommen: Wann ist ein Termin fest, bis wann lässt er sich ändern, was passiert bei Verspätung und wie behandelst du jemanden, der nicht erscheint? Ohne schriftliche Antworten entscheidet jede Mitarbeiterin im Gespräch neu. Dann enden zwei ähnliche Fälle unterschiedlich, und der Kunde hat den Eindruck, die Regeln hingen davon ab, wer gerade am Telefon ist.
Dieser Leitfaden ordnet die Punkte, die ein kleiner Dienstleister festhalten sollte, und zeigt, wo Kunden sie vor der Bestätigung sehen müssen. Er ist keine Rechtsberatung und keine garantiert rechtssichere Vorlage. Lass den Wortlaut, besonders zu Gebühren, anwaltlich prüfen, denn die Bewertung hängt von Branche, Vertrag und Art des Vertragsschlusses ab.
Sieben Punkte, die deine Buchungsregeln brauchen
Jeder Punkt sollte prüfbar sein: Der Kunde weiß, was er tun muss, und das Team weiß, wie es reagiert. Die Tabelle zeigt ein fiktives Massagestudio; Stunden und Schwellen sind ein Beispiel, keine Empfehlung für deine Branche.
Scrolle die Tabelle seitlich, um alle Spalten zu sehen.
| Punkt | Was du festlegst | Beispielformulierung (fiktives Studio) |
|---|---|---|
| Bestätigung | Wann aus einer Anfrage ein verbindlicher Termin wird | Der Termin gilt, sobald du unsere Bestätigung erhältst |
| Änderung oder Absage | Bis wann der Kunde kostenfrei absagen kann | Kostenfrei bis 24 Stunden vor dem Termin |
| Verspätung | Schwelle und Folge für die Leistung | Ab 15 Minuten kürzen wir die Behandlung oder verlegen sie |
| Nichterscheinen | Was das Team tut, wenn niemand kommt | Wir melden uns und bieten einen neuen Termin an |
| Gruppenbuchung | Wer die Personenzahl ändern darf | Änderungen meldet die Person, die gebucht hat |
| Änderung durch dich | Wie und wann du eine eigene Absage mitteilst | Wir rufen an oder schreiben und bieten zwei Termine an |
| Kundendaten | Wofür du Kontaktdaten brauchst und wie lange | Die Telefonnummer nutzen wir nur für diesen Termin |
Die kostenfreie Absagefrist ist nicht dasselbe wie der Mindestvorlauf bei Buchungen. Der Vorlauf legt fest, wie spät jemand buchen kann, die Absagefrist, wie spät er den Termin ohne Folgen freigeben kann. Bei Kundendaten fragst du nur ab, was du wirklich brauchst; die Auswahl erklärt der Leitfaden zu Daten im Buchungsformular. Bei Gruppen legst du fest, ob eine kleinere Personenzahl Plätze freigibt, wie bei der Ausrüstung für Gruppen.
Zeige die Regeln, bevor der Kunde die Buchung absendet
Regeln im Seitenfuß helfen nicht, wenn es um eine Verspätung geht. Kunden sollten die wichtigsten Punkte in der Leistungsbeschreibung sehen und noch einmal vor dem Absenden, dazu den vollständigen Text unter einer festen Adresse, die sie speichern oder drucken können. Kürze das Wichtigste auf zwei Zeilen: Absagefrist und Folgen einer Verspätung. Alles andere darf hinter einem Link stehen.
Nach § 305 Abs. 2 BGB werden AGB nur Vertragsbestandteil, wenn du bei Vertragsschluss ausdrücklich darauf hinweist, der Kunde zumutbar Kenntnis nehmen kann und einverstanden ist. Die Vorschrift sagt nichts darüber, welche konkreten Absageklauseln wirksam sind. § 305 BGB.
In Meetlead Buchungen kannst du eine Kurzfassung deiner Regeln in die Angebotsbeschreibung schreiben, und vor dem Absenden sieht der Kunde eine Zusammenfassung mit Angebot, Termin und seinen Daten. Prüft bei dir ein Mensch jede Anfrage, sag das in der Beschreibung; Zuständigkeit und Fristen erklärt der Leitfaden zum manuellen Bestätigen von Buchungen. Die Nachricht nach der Annahme behandelt der Leitfaden zu Vorlagen für Buchungsbestätigungen.
Absagen leicht machen, damit aus No-Shows Absagen werden
Viele No-Shows entstehen nicht aus böser Absicht, sondern weil Absagen schwieriger war als Wegbleiben. Eine einzige Telefonnummer, die nur zu Bürozeiten besetzt ist, ist eine echte Hürde. Deine Regeln sollten mindestens zwei Absagewege nennen und sagen, wann eine Absage wirksam ist. Den ganzen Ablauf von der Anfrage bis zum freigegebenen Termin beschreibt der Leitfaden zum Absagen von Online-Buchungen.
Pläne geändert? Sag deinen Termin spätestens 24 Stunden vor Beginn ab oder verschiebe ihn: Ruf die Nummer aus der Bestätigung an oder schreib uns im Chat auf der Website. Die Absage ist wirksam, sobald du unsere Nachricht über die Stornierung erhältst.
Wiederhole dieselbe Frist und dieselben Wege in der Terminerinnerung. Verspricht die Erinnerung etwas anderes als die Regeln, beruft sich der Kunde auf die günstigere Fassung, und du kannst kaum widersprechen. In Meetlead erledigt das Team die Absage: Es setzt die Buchung im Panel auf storniert, der Termin wird wieder frei und der Kunde erhält die eingerichtete Nachricht.
Verspätung: Schwelle, Folge und wer entscheidet
Der Punkt zur Verspätung beantwortet drei Fragen: Ab wie vielen Minuten ändert sich der Termin, was passiert dann mit der Leistung und wer entscheidet? Üblich sind eine auf die Restzeit gekürzte Leistung oder ein neuer Termin, wenn die Kurzfassung keinen Sinn ergibt. Hast du nach jedem Termin einen Puffer zum Vorbereiten des Raums, rechne nicht damit, dass er Verspätungen auffängt; der Puffer hat eine andere Aufgabe.
Lege auch fest, wie Kunden eine Verspätung ankündigen und ob das etwas ändert. Dein Team braucht einen fertigen Satz: „Von deinen 60 Minuten bleiben noch 40. Wir können kürzer behandeln oder einen neuen Termin vereinbaren, was ist dir lieber?“ Eine Entscheidung, die in den Regeln steht, erspart dem Team Verhandlungen an der Tür.
Nichterscheinen: so dokumentierst du es
Ein No-Show liegt vor, wenn der Kunde nicht gekommen ist und nicht so abgesagt hat, wie es deine Regeln vorsehen. Bevor du Konsequenzen ziehst, prüfe, ob eine Absage über einen anderen Kanal kam und ob der Kunde überhaupt eine Bestätigung erhalten hat. Jeder Eintrag sollte so vollständig sein, dass eine Kollegin den Fall einen Monat später versteht.
- Buchungsnummer, Angebot, Datum und Uhrzeit
- Zeitpunkt, zu dem das Team das Nichterscheinen festgestellt hat
- Kontaktversuch: Kanal, Uhrzeit und Ergebnis
- Prüfung, ob vorher eine Absage per Chat oder E-Mail kam
- Entscheidung des Teams und Nachricht an den Kunden
Meetlead hat keinen eigenen No-Show-Status. Zu den Buchungsstatus gehören unter anderem bestätigt, storniert und abgeschlossen, daher hältst du No-Shows nach eurer Teamregel fest, etwa in deiner eigenen Terminliste. Markiere einen solchen Termin nicht ohne Vermerk als abgeschlossen, sonst verschwimmt er mit Terminen, die wirklich stattgefunden haben.
Eine Ausfallgebühr ist deine Entscheidung, keine Systemfunktion
Manche Betriebe verlangen eine Ausfallgebühr oder eine Anzahlung. Das ist eine geschäftliche und rechtliche Entscheidung, die du außerhalb von Meetlead abrechnest: Buchungen zeigen einen informativen Preis, ziehen aber keine Zahlungen, Anzahlungen oder Gebühren ein. Willst du so eine Klausel, muss der Kunde sie vor der Buchung kennen, und die Höhe sollte sich am tatsächlichen Schaden orientieren, etwa an gekauftem Material oder einem Termin, den du nicht neu vergeben konntest.
§ 309 Nr. 5 BGB erklärt pauschalierten Schadensersatz in AGB für unwirksam, wenn er den gewöhnlich zu erwartenden Schaden übersteigt oder dem Kunden nicht ausdrücklich der Nachweis eines geringeren Schadens erlaubt wird. Das AG Düsseldorf (4.8.2023, 37 C 120/23) hielt eine Ausfallklausel einer Physiotherapiepraxis unter anderem deshalb für unwirksam, wie der Deutsche Anwaltverein berichtet. Ein Amtsgerichtsurteil ist keine einheitliche Rechtsprechung. § 309 BGB.
Dieser Text ist keine Rechtsberatung. Bevor du eine Gebühr aufnimmst, kläre Grundlage, Höhe und Ausnahmen wie Krankheit oder Notfälle mit einer Anwältin oder einem Anwalt. Lege auch fest, wer darauf verzichten darf. Eine Gebühr, die einmal verlangt und einmal erlassen wird, führt eher zu Streit als gar keine.
Dieselben Regeln in jedem Gespräch
Regeln wirken nur, wenn das Team sie am Telefon, im Chat und am Empfang gleich anwendet. Musst du selbst absagen, halte dich ebenfalls an deine Regeln: Informiere so früh wie möglich und biete konkrete Ersatztermine an.
- Fertige Antworten schreiben.Bereite Vorlagen für rechtzeitige Absage, späte Absage, Verspätung und Nichterscheinen vor.
- Zuständigkeit für Ausnahmen festlegen.Eine Person oder Rolle entscheidet über Ausnahmen, alle anderen leiten Anfragen an sie weiter.
- Jede Ausnahme notieren.Halte Grund und Entscheidung fest, damit die nächste Kollegin nicht raten muss.
- Quartalsweise prüfen.Vergleiche No-Shows, späte Absagen und Ausnahmeanfragen. Ändere jeweils einen Punkt und datiere die Änderung.
Geänderte Regeln gelten für neue Buchungen. Wer unter den alten Regeln gebucht hat, sollte nicht erst bei der Absage von einer strengeren Frist erfahren. In Meetlead stellst du E-Mail-Vorlagen in der Konfiguration der Buchungen und im jeweiligen Angebot ein, also passe sie zusammen mit der Leistungsbeschreibung an, sobald sich deine Regeln ändern.
Fragen zu Buchungsregeln
Müssen die Buchungsregeln ein eigenes Dokument sein? Nicht unbedingt, aber Kunden sollten den vollständigen Text vor der Buchung lesen und speichern können. Eine Kurzfassung am Angebot und in der Zusammenfassung plus der volle Text unter einer festen Adresse ist ein sinnvolles Minimum für einen kleinen Betrieb.
Darf ich Kunden nach mehreren No-Shows sperren? Du kannst festlegen, dass weitere Termine dieser Person eine telefonische Bestätigung oder manuelle Freigabe brauchen. Schreib das in deine Regeln, wende es einheitlich an und lass es anwaltlich prüfen, bevor du jemandem eine Leistung verweigerst.

