Wenn du Klicks auf die Telefonnummer trackst, siehst du, wie viele Menschen einen tel:-Link auf deiner Website ausgewählt haben, aber nicht, wie viele davon tatsächlich mit dir gesprochen haben. Das Tippen öffnet die Telefon-App oder eine Programmauswahl, und alles Weitere passiert außerhalb des Browsers. Die Messung hat deshalb zwei Teile: eine saubere Einrichtung und eine ehrliche Auswertung.
Dieser Leitfaden behandelt beides. Zuerst richtest du ein Ereignis für tel:- und mailto:-Links ein, dann prüfst du, was das Ergebnis nach oben und unten verzerrt, und zum Schluss vergleichst du den Klick mit einer Rückrufbitte und einem Chat. Allgemeine Regeln für die Auswahl von Ereignissen findest du im Artikel über Mikro-Conversions auf der Website.
Was ein Klick auf die Nummer eigentlich erfasst
Ein tel:-Link ist ein gewöhnlicher Link mit einem anderen Adressschema. Nach der Auswahl übergibt der Browser die Nummer an das Betriebssystem, und dieses entscheidet über den nächsten Schritt: Es öffnet die Wählfunktion, schlägt eine App vor oder tut nichts. Dein Skript sieht nur den Moment der Linkauswahl. Es sieht nicht, ob ein Anruf getätigt, angenommen wurde und wie lange er dauerte.
Die Google-Ads-Hilfe zu Conversions aus Klicks auf die Nummer auf einer mobilen Website hält ausdrücklich fest, dass dabei Klicks auf die Nummer gezählt werden und keine tatsächlichen Anrufe. Sie sagt nicht, wie viele Klicks in einem Gespräch enden. Google Ads Help.
Dieselbe Grenze gilt für mailto:-Links. Ein geöffnetes E-Mail-Programm bedeutet keine gesendete Nachricht. Benenne das Ereignis also nach dem, was es erfasst: „Telefonnummer ausgewählt“ statt „Anruf“, „E-Mail-Adresse ausgewählt“ statt „E-Mail gesendet“. Eine ähnliche Trennung zwischen Klick und Ergebnis beschreiben wir im Leitfaden zu PDF-Download oder Klick.
Messung für tel:- und mailto:-Links einrichten
Die Einrichtung dauert nicht lange, braucht aber Ordnung. Deine Nummer steht meist an mehreren Stellen, und später willst du wissen, welche davon wirklich etwas bewirkt.
- Alle Stellen mit der Nummer auflisten.Notiere jeden tel:- und mailto:-Link mit Seitenadresse und Position, etwa „Kopfzeile“, „Fußzeile“ oder „Button im Angebot“.
- Text in einen Link umwandeln.Ersetze eine als reiner Text geschriebene Nummer durch einen tel:-Link im internationalen Format, mit Ländervorwahl und ohne Leerzeichen in der Linkadresse.
- Ereignis mit Positionsparameter anlegen.Lege ein Ereignis für Telefon und eines für E-Mail an und übergib die Position des Links als Parameter, statt für jeden Button einen eigenen Namen zu erfinden.
- Auf Smartphone und Computer testen.Wähle jeden Link auf beiden Geräten aus und prüfe in der Vorschau deines Werkzeugs, dass das Ereignis einmal und mit der richtigen Position erfasst wurde.
- Definition festhalten.Schreibe in die Berichtsbeschreibung, dass das Ereignis eine Linkauswahl bedeutet und keinen getätigten Anruf und keine gesendete Nachricht.
Geh nicht davon aus, dass dein Analysewerkzeug das selbst erledigt. Der Artikel zur erweiterten Analyse in der Google-Analytics-4-Hilfe definiert einen ausgehenden Klick als Link zu einer anderen Website und erwähnt tel:- und mailto:-Links nicht. Auf dem iPhone kann Safari zudem Text, der wie eine Nummer aussieht, selbst in einen Link verwandeln, der nicht auf deiner Liste steht. Markiere jede Nummer, die antippbar sein soll, deshalb selbst.
Die archivierte Safari-Dokumentation beschreibt, dass Safari unter iOS standardmäßig Zeichenfolgen erkennt, die wie Telefonnummern aussehen, und sie in Links verwandelt, und dass sich das über das Meta-Tag format-detection abschalten lässt. Es handelt sich um ein Archivdokument, prüfe das Verhalten aktueller Versionen also auf einem echten Gerät. Apple Developer.
Warum ein Tippen noch kein Gespräch ist
Die Zahl der Nummernklicks ist in beide Richtungen verzerrt. Versehentliches Tippen und Wiederholungen treiben sie nach oben, Menschen, die die Nummer abtippen oder aus dem Suchmaschineneintrag anrufen, drücken sie nach unten. Prüfe, welche dieser Situationen auf deine Website zutreffen.
- Versehentliches Tippen: Ein fixierter Anruf-Button am unteren Bildschirmrand wird beim Scrollen leicht getroffen.
- Rückzieher: Der Besucher sieht die Nummer in der Telefon-App und schließt sie, ohne zu wählen.
- Klick am Computer: Das System bietet ein Anrufprogramm an oder tut nichts, und der Besucher tippt die Nummer ins Smartphone.
- Wiederholungen: Dieselbe Person wählt die Nummer mehrmals, weil die Leitung besetzt war.
- Keine Annahme: Der Anruf wurde getätigt, aber niemand hat abgenommen, also fand kein Gespräch statt.
- Eine abgetippte oder anderswo gewählte Nummer, etwa aus deinem Unternehmenseintrag, hinterlässt keinen Klick auf der Website.
Die MDN-Dokumentation erklärt, dass das Verhalten eines tel:-Links von den Fähigkeiten des Geräts abhängt: Ein Mobiltelefon wählt die Nummer, ein Computer kann ein Anrufprogramm öffnen, die Nummer in den Kontakten speichern oder an ein anderes Gerät senden. Wie oft daraus ein Anruf wird, sagt sie nicht. MDN Web Docs.
Zähle deshalb Sitzungen mit mindestens einer Nummernauswahl statt roher Klicks und berichte Smartphone und Computer getrennt. Wenn die Messung eine Einwilligung voraussetzt, umfasst das Ergebnis nur Besuche, in denen sie erteilt wurde. Wenn du Anruflisten aus deiner Telefonanlage hast, vergleiche die Wochensummen mit der Zahl der Sitzungen mit Klick. Bedenke aber, dass es zwei verschiedene Mengen sind: Manche Anrufe kamen nicht über die Website, und manche Klicks wurden nie zum Anruf.
Welche Seiten und Geräte den Klicks vorausgehen
Die Gesamtzahl sagt wenig, solange du nicht weißt, woher die Menschen kamen, die deine Nummer gewählt haben. Schlüssele Sitzungen mit Klick nach Einstiegsseite, Traffic-Quelle und Gerät auf. Ein fiktiver Installationsbetrieb stellte fest, dass fast alle Nummernauswahlen von Smartphones und von einer einzigen Leistungsseite kamen, während die Kontaktseite, auf die seine Kampagnen zielten, nur wenige erzeugte. Die Schlussfolgerung: Kunden entscheiden sich auf der Leistungsseite für einen Anruf, bevor sie die Kontaktseite überhaupt erreichen.
In Meetlead Analytics kannst du die Nummernauswahl als Ziel erfassen: Du definierst zuerst den Zielschlüssel im Panel, dein Website-Code ruft ihn beim Klick auf den Link auf, und das Widget akzeptiert nur aktive, vorab konfigurierte Schlüssel. Ein mit dem Tracking-Attribut markiertes Element erscheint außerdem als Klick im Besuchsverlauf. Die Customer Journey zeigt für jeden Besuch Traffic-Quelle, Kampagne, Einstiegsseite, Gerät und Ereignisse, und im Bericht gelangst du vom Trend zu einzelnen Sitzungen und erreichten Zielen. Die Telefonate selbst erfasst Meetlead nicht, die Grenze aus dem vorigen Abschnitt bleibt also bestehen.
Wenn du prüfen willst, ob ein Kunde vor der Nummernauswahl mehrmals wiederkam, verbinde die Besuche zu einer Geschichte wie im Leitfaden zur Customer Journey auf deiner Website. Nach der Nummernauswahl tut ein Besucher oft nichts mehr auf der Seite, ohne Ereignis wirkt die Sitzung daher wie ein schneller Absprung. Diesen Effekt beschreiben wir beim Thema Absprungrate.
Klick, Rückrufbitte und Chat im Vergleich
Telefon, Rückrufbitte und Chat hinterlassen sehr unterschiedliche Spuren in deinen Daten. Die Tabelle zeigt, was die Website erfasst und was du aus einer anderen Quelle ergänzen musst.
Scrolle die Tabelle seitlich, um alle Spalten zu sehen.
| Kontaktweg | Was die Website erfasst | Was in den Daten fehlt |
|---|---|---|
| Klick auf die Nummer | Linkauswahl, Seite und Gerät | Ob gewählt, angenommen und was besprochen wurde |
| Rückrufbitte | Anfrage mit Nummer, Thema und Termin | Verlauf des Gesprächs, wenn niemand eine Notiz anlegt |
| Chat | Nachrichten und Startzeitpunkt | Ergebnis des Anliegens, wenn es nicht im Ticket abgeschlossen wird |
Daraus folgt eine einfache Regel: Ein Klick auf die Nummer ist ein Signal der Absicht, Rückrufbitte und Chat sind bereits erfasste Kontakte. Fasse sie nicht zu einer gemeinsamen Lead-Zahl zusammen, solange du nicht weißt, wie viele Klicks zu Gesprächen werden. Welche Kanäle zu welchen Anliegen passen, beschreiben wir im Artikel über Kundenkontakt im Dienstleistungsunternehmen.
Wann ein Rückruf eine messbare Alternative bietet
Eine Rückrufbitte ist im Vorteil, wenn du viele Klicks auf die Nummer siehst, aber nicht weißt, wie viele davon zu Gesprächen wurden. Der Kunde hinterlässt Nummer und Thema, und die Anfrage existiert auch dann, wenn gerade niemand abnehmen konnte. In Meetlead speichert ein Rückruf Name, Nummer, Thema und Termin, und die Statistik zeigt die Verteilung der Status und abgeschlossene Anfragen. Mechanismus und Ablauf auf deiner Seite beschreibt der Leitfaden zum Callback auf der Website.
Lass die Nummer trotzdem auf der Seite: Der Rückruf ist ein zusätzlicher Weg für Menschen, die nicht sofort anrufen können, kein Ersatz für das Telefon. Am besten funktioniert er neben der Nummer auf Seiten, auf denen viele Besucher sie am Computer oder außerhalb der Geschäftszeiten auswählen. Was du mit bereits verpassten Anrufen tust, beschreiben wir im Leitfaden zu verpassten Anrufen von Kunden.
„Nummernauswahlen: Sitzungen, in denen jemand mindestens einmal einen tel:-Link auf [Seite] ausgewählt hat, getrennt nach Smartphone und Computer. Das Ergebnis bedeutet keinen getätigten oder angenommenen Anruf. Rückrufbitten berichten wir separat als erfasste Anfragen.“
Fragen zu Klicks auf die Telefonnummer
Lohnt es sich, Klicks auf die Nummer am Computer zu zählen? Ja, aber berichte sie getrennt. Am Computer öffnet die Linkauswahl oft nur eine App-Auswahl oder bewirkt nichts, sodass der Besucher die Nummer abtippt. Ein hoher Anteil solcher Klicks spricht dafür, neben der Nummer eine Rückrufbitte oder einen Chat anzubieten.
Lässt sich ein Klick einem bestimmten Anruf zuordnen? Verlässlich nur mit einem eigenen Call-Tracking-System, etwa mit Nummern, die einzelnen Traffic-Quellen zugeordnet sind. Ohne ein solches System vergleichst du nur Summen. Wenn du einen Kontakt brauchst, der mit einem Besuch verknüpft ist, liefert ihn die Rückrufbitte sofort, weil die Anfrage auf der Website entsteht.

